Fragen zur Homöopathie, Fragen zu Heilpraktikern

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Fragen zur homöopathischen Behandlung

Grundlegende Fragen

Was ist ein Heilpraktiker, was ist ein Homöopath?

SonnenhutHeilpraktiker sind Therapeuten, die nach einer strengen Überprüfung ihrer medizinischen Kenntnisse durch das Gesundheitsamt die Erlaubnis erhalten haben, zu praktizieren und Krankheiten zu behandeln. Heilpraktiker wenden außerordentlich verschiedene Therapieverfahren an. Der Rahmen reicht von traditioneller Naturheilkunde über Akupunktur, Ayurveda, manuellen Verfahren bis zur Homöopathie und weiteren Methoden.

Homöopath ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für jemanden, der Homöopathie praktiziert. Dies ist gesetzlich nur Heilpraktikern und Ärzten erlaubt, im Rahmen der Geburtshilfe auch Hebammen. Es gibt also homöopathisch praktizierende Heilpraktiker und homöopathisch praktizierende Ärzte, außerdem Hebammen mit Homöopathiekenntnissen. Entscheidend ist hier wie dort persönliches Engagement, sowie Umfang und Qualität der Ausbildung! Siehe auch
Wie finde ich einen guten Homöopathen?.

Je mehr Methoden, desto besser?

AllerleiViele Heilpraktiker verbinden unterschiedliche Methoden. Eine wirklich fundierte Ausbildung etwa in traditioneller chinesischer Medizin, in Osteopathie oder in Homöopathie geht jedoch über viele Jahre, dazu kommt entsprechende Berufserfahrung. Sieben Sprachen fließend zu sprechen ist leichter als drei umfassende therapeutische Diszipline zu beherrschen. Gründliche Ausbildungen in nur einem Verfahren sind mehr wert als „von allem etwas und nichts richtig“. Manche Heilmethoden können sich durchaus ergänzen, doch der Organismus kann nur auf eine begrenzte Anzahl von Reizen sinnvoll reagieren. In den letzten Jahren geht der Trend daher wieder zur vertieften Ausbildung in spezifischen Methoden, und auch die Patienten orientieren sich an entsprechenden qualifizierten Therapeutenlisten.

Was ist Homöopathie?

HahnemannEinem Kranken wird in einer sehr feinen, eher energetisch wirksamen Dosierung eine Arznei gegeben, die seinen Krankheitszustand im besonderen individuellen Zusammenhang widerspiegelt. Die Lebens- und Selbstheilungskräfte werden hierdurch veranlasst, etwas zu tun, was sie vorher nicht taten — und bringen dadurch einen Heilungsprozess in Gang.
Ausführlicher Artikel: Was ist Homöopathie.

Was bedeutet 'klassische' Homöopathie?

Lärche im Schnee „Klassische Homöopathie“ meint einerseits die Anwendung einzelner Arzneisubstanzen, sogenannter Einzelmittel. Dies steht im im Gegensatz zur Anwendung von Komplexmitteln, also Fertigmischungen. Dies ist aber noch nicht der Kern der Sache. Der Kern ist das ganzheitliche Konzept der Homöopathie und eine Behandlung, die den Gesamtausdruck der körperlichen und seelischen Befindensänderungen, bei chronischen Krankheiten sogar die Krankheitsgeschichte mit heranzieht. Das stellt hohe Anforderungen an jeden, der die Homöopathie studiert und sie praktiziert. Mehrjährige Ausbildungen sind erforderlich. Dieser Aufwand entfällt, wenn einfach nach Krankheitsdiagnose verschrieben wird. Das geht auch ohne Homöopathie überhaupt studiert zu haben, führt aber zumindest in chronischen Fällen nicht wirklich weiter. Im heutigen Homöopathie-Boom werden auch homöopathische Einzelmittel häufig nur nach Diagnose angewendet oder gar im Internet entsprechend beworben. Dieser Missbrauch von Einzelmitteln hat ebenfalls nichts mit klassischer Homöopathie zu tun.
Der Begriff „klassisch“ wurde einst zur Abgrenzung gegen unterschiedlichen Missbrauch geschaffen und beinhaltete eine Rückbesinnung auf das ganzheitliche Konzept. „Klassische Homöopathie“ ist nicht geschützt und daher kann auch dieser Begriff missbraucht werden. Viele Homöopathen sprechen darum heute, wenn sie klassische Homöopathie meinen, einfach nur von Homöopathie. So halten wir’s auch auf dieser Website!

Ist Homöopathie das Gleiche wie Naturheilkunde?

Lungenkraut Nein. Homöopathie ist ein klar beschriebenes Heilverfahren, bei dem übrigens neben Pflanzen genauso auch Arzneimittel aus anderen Naturreichen zum Einsatz kommen können. Nähere Beschreibung siehe hier.
Naturheilkunde wird manchmal als Oberbegriff für jede Form von sanfter Medizin verwendet. Im engeren Sinne bedeutet Naturheilkunde jedoch meist Anwendung von Heilpflanzen sowie Ausleitungsverfahren, wobei homöopathische Prinzipien eher am Rande oder nicht berücksichtigt werden. Es gibt allerdings keine ganz klare Definition von Naturheilkunde. International spricht man daher eher von traditioneller Heilkunde oder/und von Komplementär- und Alternativmedizin. In letzterem Begriff ist die Homöopathie natürlich mit eingeschlossen.

Behandeln Sie auch die Konstitution oder sogenannte Miasmen?

WurzelnGemeint ist wahrscheinlich: behandeln Sie, behandelt die Homöopathie langwierige chronische Krankheiten auch unter Berücksichtigung des tieferen Hintergrundes, gewissermaßen des Bodens in welchem die Krankheit wurzelt? Dies ist tatsächlich eine Stärke der Homöopathie und so verstanden ist die Frage zu bejahen! Dennoch können einige aus der Geschichte der Homöopathie stammende Ausdrücke wie „Konstitution“, „Miasmen“ sowie miasmatische Terminologie irreführend sein. So verbindet sich mit der Idee der „Konstitution“ (Leibesbeschaffenheit) oft die Idee eines „Konstitutionmittels“, das ein Leben lang unverändert das gleiche bleibt. Tatsächlich sind bei chronischen Behandlungen in der Regel Mittelfolgen erforderlich. Der Begriff „Miasma“ hat eine andere Bedeutung, doch miasmatische Begriffe werden auch unter Homöopathen nicht immer einheitlich belegt. Daher spreche ich lieber von:

  1. Krankengeschichtlicher Verwurzelung der aktuellen Krankheit,
  2. Veranlagung und familiärem Hintergrund,
  3. zeitlicher Entwicklung und Zeitgestalt,
  4. Krankheitsdynamik und Prozesscharakteristik,
  5. pathologischer Reichweite eines Mittels.

Eine solche Sprache ist präziser, dies alles näher auszuführen führt allerdings sehr tief in die Fachdiskussion. Werden die hier aufgelisteten Punkte berücksichtigt, dann sind alle Anforderungen Hahnemanns an eine antimiasmatische, oder modern ausgedrückt: tiefgehende und nachhaltige Behandlung chronischer Krankheiten erfüllt.

Verwandter Beitrag: „Blond ist unbehandelbar“ – was die Homöopathie NICHT kann

Welche Bedeutung haben 'Konstitutionstypen' und 'Arzneimitteltypen'?

physiognomie_wenzel_hollar Sogenannte Konstitutions- oder Arzneimitteltypen sind eine der Erfindungen aus der Abteilung „Homöopathie leichtgemacht“. Da gibt es den schlampigen Sulphur-Typ, den Lycopodium-Rechthaber, die Sepia-Zicke, das anlehnungsbedüftige Pulsatilla und das reizbare Nux vomica. Homöopathische Arzneimittel werden gerne personifiziert, was der Anschaulichkeit dienen mag, nur: Anhand solcher Typologien können Sie vielleicht bei jedem zehnten Patienten ein Mittel finden, das den Anfang einer Behandlung ermöglicht, und bei jedem hundertsten können Sie die Behandlung so zu Ende führen. Lassen Sie die Finger von populär oberflächen-homöopathischen Büchern. Homöopathische Arzneimittel sind keine Klischee-Schubladen, für solches musste ja auch schon die Astrologie herhalten.

Ist Homöopathie ein 'esoterisches' Verfahren?

Pendel Homöopathie beruht auf einer exakten erfahrungswissenschaftlichen Methodik. Pendeln, Bioresonanz, „Austesten“, Mittelwahl auf Basis eines Horoskops und ähnliche Dinge sind der klassischen Homöopathie fremd. Manche Heilpraktiker und Ärzte verwenden solche „Hilfsmethoden“, aber egal wie wir sie bewerten wollen: Die Homöopathie hat ihre ganz eigene Methodik und arbeitet auf Grundlage beobachtbarer Fakten, sonst nichts. Auch die Herstellung homöopathischer Mittel hat mit Magie und Spökenkiekerei rein gar nichts zu tun. Bestimmte fundamentalistisch-religiöse Sekten streuen Gerüchte dieser Art und erklären Christentum und Homöopathie für unvereinbar, während sie die rein materialistisch geprägte Wissenschaftsauffassung der heutigen Zeit merkwürdiger Weise überhaupt nicht angreifen. Dieser Widerspruch sollte eigentlich auffallen.
Die Homöopathie setzt keinen Glauben an sie voraus und wirkt unabhängig von der Weltanschauung des Anwenders oder der Patienten. Menschen mit einem rein materialistischen Weltbild werden allerdings kaum Zugang zur Homöopathie finden und Widerstände aufbauen. Dass homöopathische Mittel überhaupt wirken können, widerspricht einer Auffassung, die keine Wirklichkeit hinter der materiell sinnlich fassbaren Wirklichkeit zulassen will.
Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, hatte Abstand zu allen dogmatischen religiösen Vorstellungen seiner Zeit. Noch ausdrücklicher lehnte er esoterische Spekulationen und nebulösen Mystizismus ab. Er bezieht sich in seinen Schriften jedoch wiederholt auf ein von ihm so empfundenes Schöpferwesen, das er als Inspirationsquelle und als tieferen Hintergrund und Ursprung eines zusammenhängenden und sinnvollen Weltenganzen fühlt.

Greifen homöopathische Hochpotenzen in das 'Karma' ein?

Chakra Während die einen sagen: homöopathische Hochpotenzen sind so stark verdünnt, dass darin ja nichts mehr wirken kann, kommt von anderer Seite genau die umgekehrte Kritik: Die Wirkung homöopathischer Hochpotenzen sei so subtil und tiefgehend, dass Potenzen über der C30 besser vermieden werden sollten.
Diese Kritik (teils von anthroposophischer Seite) hat insofern Substanz, dass hohe Potenzen paradoxerweise tatsächlich tiefer und nachhaltiger als tiefe Potenzen wirken können. Aber können wir dies an einer bestimmten Potenzhöhe festmachen? Die tatsächliche Wirkung einer homöopathischen Potenz hängt von einer größeren Zahl von Faktoren ab, sowohl auf Seiten der Herstellung (Arzneiqualität) als auch auf Seiten des Patienten. Und wie ist das mit dem Karma, dem Schicksal? Wenn wir einen Ertrinkenden aus dem Wasser ziehen, haben wir dann in sein Karma eingegriffen, weil es sein (woher?) bestimmtes Schicksal gewesen wäre zu ertrinken? Oder schafft nicht vielmehr die unterlassene Hilfeleistung „Karma“?
So ergibt das keinen Sinn. Allerdings sollte mit Hochpotenzen tatsächlich sehr verantwortungsvoll umgegangen werden, sie gehören (mit Ausnahme bestimmter Notfallanwendungen) auch nicht in die Laienhomöopathie. Und es ist keinesfalls erforderlich, immer gleich zu den höchsten Potenzierungen zu greifen. Dazu gestellt werden kann die Frage nach Funktion und Sinn einer Krankheit im Zusammenhang mit der persönlichen Entwicklung des Patienten. Wenn wir solche Hintergründe gesprächstherapeutisch angemessen einbeziehen, kann dies eine nachhaltige Heilung auch von psychologischer Seite her unterstützen. Diese Diskussion an einer magischen Zahl wie etwa der 30. Potenz festzumachen ist hingegen wenig hilfreich.

Was ist Potenzierung, und wie wirken homöopathische Arzneien?

Mörser und Pistill Homöopathische Arzneien wirken anders als konventionelle Medikamente:

  • wir arbeiten nicht „gegen“ die Krankheit, sondern „mitsinnig“ mit Verschreibungen, die dem Krankheitszustand und Gesamtzustand des Patienten entsprechen und gewissermaßen widerspiegeln,
  • homöopathische Arzneien greifen nicht in die biochemischen Abläufe des Körpers ein, sondern veranlassen den Organismus und die Lebenskräfte durch gezielte Reize, das zur Gesundung Notwendige zu tun,
  • das Heilende ist also nicht die Arznei selbst, sondern die durch die richtige Arznei in Gang gebrachte Lebenskraft und Selbstheilungskraft (Regulationstherapie),
  • homöopathische Arzneien werden üblicherweise in „potenzierter“ Form gegeben.

Potenzierung ist ein der Homöopathie eigener Herstellungsprozess. Der Ausgangsstoff der Arznei kann pflanzlich, mineralisch oder tierisch sein; auch andere Substanzen finden Verwendung. Dieser wird über viele Stufen nacheinander verrieben und verschüttelt. Zugleich damit findet eine erhebliche Verdünnung statt. Die zum Auslösen des beabsichtigen Schlüsselreizes erforderlichen Eigenschaften des homöopathischen Mittels bleiben dabei erhalten beziehungsweise werden durch die seriell wiederholte Verreibung und Verschüttelung erstaunlicherweise sogar verstärkt.

homöopathische ApothekeZur Potenzierung müssen Verschüttelung (bei Lösungen) bzw. Verreibung (zumindest der unteren Potenzen fester Stoffe) und Verdünnung stets zusammenkommen. Verdünnung alleine reicht also nicht, um die für die Homöopathie erwünschten Effekte zu erreichen. Die Art der Potenz können Sie an der Arzneibezeichnung ersehen. So steht beispielsweise der Buchstabe „D“ für ein Verdünnungsverhältnis von 1:9 (1+9 = 10) je Potenzierungsschritt (sog. D-Potenzen), der Buchstabe „C“ steht für 1:99 je Potenzierungsschritt (sog. C-Potenzen). Die (arabische) Ziffer hinter dem Buchstaben steht für die Zahl der seriell wiederholten Potenzierungsschritte.

Die Arzneibezeichnung „Arnica D6“ bedeutet also: Ausgangsstoff ist die Arnikapflanze, und das Mittel wurde 6mal nacheinander in einer Verdünnung von 1:9 verschüttelt. Der alkoholische Pflanzenextrakt, auch Urtinktur genannt, dient dabei als Ausgangsstoff für die Herstellung der D1, aus einer kleinen Menge der D1 wird die D2 hergestellt, aus der D2 wiederum die D3, und so weiter.

Sogenannte LM- oder Q-Potenzen sind spezielle Zubereitungen, bei denen der Ausgangsstoff zunächst einer intensiven und mehrstündigen Verreibung bis zur C3 unterzogen wird. Danach folgt eine intensive Potenzierung mit zweistufiger Verdünnung jeweils im Verhältnis von 1:50.000. Die genaue Beschreibung der Herstellung sprengt den hier möglichen Rahmen. Eine Publikation von mir zur Herstellung der Q-Potenzen finden Sie hier.

stehende WellenDie Wirkung homöopathischer Potenzen kann durch die heutige Naturwissenschaft noch nicht erklärt werden. Die Verwendung von Potenzhöhen, die keinen chemisch nachweisbaren Wirkstoff enthalten, wurde immer wieder zum Angriffspunkt. Tatsächlich gibt es — trotz vorhandener theoretischer Modelle bspw. in der Quantenphysik — keinen bekannten Mechanismus der Wirkung. Festhalten lässt sich: Wir kennen das warum noch nicht, aber können beobachten, dass potenzierte Arzneien wirken, wie sie wirken und nach welchen Gesetzmäßigkeiten sie wirken. Zur Beurteilung eines Heilungsverlaufes gibt es klare Kriterien, die in den meisten Fällen durchaus eine Unterscheidung von sogenannten Placebo-Effekten erlauben.

Sind tiefe Potenzen wie bspw. D3 oder D4 wirksamer, weil sie noch relevante Wirkstoffmengen enthalten? Sind hohe Potenzen wie C30 oder C1000 wirksamer, weil sie „geistartiger“ sind? Für homöopathische Praktiker sind theoretischen Debatten dieser Art von eher geringer Bedeutung. Wir wollen unseren Patienten helfen, und dabei entscheiden alleine die praktischen Erfahrungen. Ich selbst verwende hohe wie tiefe Potenzen und häufig auch Q-Potenzen — der Spielraum des Behandlers in der Potenzwahl ist erheblich größer als der Spielraum in der Arzneiwahl des „Simile“, des „ähnlichen“ Mittels.

Was sagt die Forschung zur Homöopathie?

Labor In der Praxis sehen wir täglich die Erfolge homöopathischer Behandlungen, und zwar auch bei Säuglingen und gegebenenfalls bei Tieren. Da sollte eigentlich kein Placebo-Effekt, Suggestion oder „Glauben“ unterstellt werden können! Nach wissenschaftlichen Kriterien ist solche Praxisbeobachtung dennoch unzureichend. Die Ergebnisse von wissenschaftlichen Forschungsprojekten sind allerdings — auch bei der Erforschung schulmedizinischer Verfahren — keineswegs immer so eindeutig, wie Laien es sich vorstellen. Forschungsergebnisse hängen nicht alleine vom Gegenstand, sondern mindestens so sehr von der methodischen Herangehensweise ab. Eine besondere Herausforderung der Homöopathie liegt darin, dass die Wirkungsweise homöopathischer Arzneien — wenngleich quantenphysikalische Forschungen immerhin Modelle liefern — nicht im gewöhnlichen Sinn „materiell“ erklärt werden kann. Wir können also nur beobachten, „dass“ etwas geschieht und „wie“ es geschieht. Wir wissen aber noch nicht so genau, „warum“ dies so ist.

  • Bei Forschungsprojekten, die methodisch individualisierend und ganzheitlich herangehen (entsprechende Konzepte sind: Outcome-Studien, Whole-System-Research, Cognition Based Medicine etc.), zeigt sich die Homöopathie und zeigen sich viele andere komplementärmedizinische Verfahren in durchaus positivem Licht. Auch im Vergleich mit konventionellen, schulmedizinischen Verfahren und im Kosten-Nutzen-Verhältnis gibt es für die Homöopathie Ergebnisse, die sich sehen lassen können.
  • Bei Forschungsprojekten, die statt des Gesamtbefindens des Patienten nur einzelne und daher leichter objektiv leichter überprüfbare Messwerte im Auge haben (Blutdruck, Laborwerte etc.) zeigt sich hingegen tendenziell die Schulmedizin überlegen. Solche einzelnen Werte werden jedoch aus der gesundheitlichen Gesamtentwicklung des Patienten künstlich heraus isoliert (fachsprachlich: es sind nur Ersatzparameter). Dies ist bei Doppelblindstudien (fachsprachlich: Randomized Controlled Trials, RCT) der Regelfall.

MessuhrDem entsprechend gibt es eine Kontroverse über die spezifische Tauglichkeit unterschiedlicher Forschungsmethoden. Derzeit herrschend ist das Konzept der „Evidence Based Medicine“ (EBM, nachweisgestützte Medizin) mit einer Methodenhierarchie, in der randomisierte Doppelblindstudien ganz oben und Erfahrungsmedizin ganz unten rangieren. Die Gelder im Gesundheitssystem werden zunehmend nach den Bewertungen der „Evidence Based Medicine“ gelenkt. Tatsächlich zeigen sich die von der „Evidence Based Medicine“ bevorzugten Methoden beim Erforschen kurz- und mittelfristige Effekte und einzelner Parameter überlegen. Zur Beurteilung der langfristigen Gesamtwirkung von Behandlungsmaßnahmen auf den Patienten liefern gesamtheitliche Forschungsansätze wie beispielsweise Outcome-Studien oder auch die auf Gestaltmustererkennung beruhende „Cognition Based Medicine“ tauglichere Werkzeuge.

Es gibt ausreichend homöopathie-positive Studien. Eine der wenigen Studien, welche die klassische Homöopathie und die Schulmedizin in einem realen Praxisumfeld vergleicht, wurde 2005 an der Charité durchgeführt (siehe hier oder ausführlich hier). Ein noch umfassenderes Projekt in der Schweiz wertete etwa zur gleichen Zeit die gesamte verfügbare Forschungslage nach den vorgegebenen Standards eines „Health Technology Assessment“ HTA aus. Prof. Dr. Peter F. Matthiessen und Dr. Gudrun Bornhöft veröffentlichten einen Bericht über diese HTA-Studie, der zugleich eine anspruchsvolle Einführung in methodische Fragen der Forschung bietet. Titel: „Homöopathie in der Krankenversorgung – Wirksamkeit, Nutzen, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit“ (Rezension siehe hier). Die Autoren kommen zu dem Schluss:

„Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es ausreichend Belege für eine präklinische Wirkung und klinische Wirksamkeit der Homöopathie gibt, und dass sie absolut und insbesondere im Vergleich zu den konventionellen Therapien eine sichere und kostengünstige Intervention darstellt“

Schauen Sie auch auf die Rubrik Homöopathie-Forschung auf unserer Website.
Angesichts der heutigen Verbreitung der Homöopathie ist es nur natürlich, dass die Homöopathie derzeit angegriffen wird.
Für Patienten ist entscheidender als alle Theorie, wirklich gut ausgebildete Homöopathen zu finden.

Fragen zur homöopathischen Behandlung

Wie finde ich einen guten Homöopathen?

SHZ qualifizierte HomöopathieDer Begriff „Homöopathie“ und auch „klassische Homöopathie“ ist nicht geschützt. Homöopathisch praktizierende Heilpraktiker und Ärzte haben in den letzten Jahren jedoch viel Arbeit geleistet, um die entscheidende fachliche Qualifikation transparent zu machen. Es gibt Therapeutenlisten, auf denen Sie Homöopathen finden, die umfassende Ausbildungen nachgewiesen haben, sich Fachprüfungen gestellt haben und sich zudem zu regelmäßiger Fortbildung verpflichtet haben. Exemplarisch steht hier die anbieterunabhängige „Stiftung Homöopathie-Zertifikat“ SHZ, www.homoeopathie-zertifikat.de. Auf der Therapeutenliste der SHZ finden Sie vor allem homöopathische Heilpraktiker und einige homöopathische Ärzte. Bei Ärzten gibt auch das Homöopathie-Diplom des DZVhÄ eine Orientierung. Bei einer homöopathischen Behandlung spielen immer auch persönliche Qualitäten eine Rolle, die sich nicht in Ausbildungsordnungen und Fortbildungspflichten fassen lassen. Daher spielt nach wie vor die persönliche Empfehlung eine große Rolle. Vortrags- und Informationsveranstaltungen ermöglichen einen eigenen Eindruck. Jeder Homöopath sollte Sie auf Anfrage vorab über die ungefähren Kosten pro Behandlungstermin informieren, wobei die erste Sitzung in der Regel mehr kostet und spätere Termine günstiger sind. Erfolgshonorare oder Heilungsversprechen sind allerdings nicht möglich.

Homöopathischer Heilpraktiker oder Arzt?

arzt Dies ist stets eine persönliche Entscheidung. Ärzte haben eine längere medizinische Ausbildung, Heilpraktiker sind vergleichsweise unbelasteter durch schulmedizinische Prägungen. Persönliche und therapeutische Grenzen müssen die einen wie die anderen berücksichtigen. Entscheidend ist die homöopathische Qualifikation und die homöopathische Erfahrung, siehe voriger Punkt – sowie die persönliche Empfehlung.

Was kostet eine homöopathische Behandlung?

geben und nehmen Der Berufsverband VKHD (Verband klassischer Homöopathen Deutschlands, www.vkhd.de) führte in den Jahren 2001 und 2008 Umfragen unter homöopathisch arbeitenden Heilpraktikern durch. Die Ergebnisse zu Zeitaufwand und Kosten unterschieden sich wenig. Die homöopathische Erstanamnese eines Erwachsenen im chronischen Krankheitsfall kostete in der Regel zwischen 118,- und 196,- Euro, Folgetermine zwischen 37,- und 67,- Euro, Akutbehandlungen zwischen 39,- und 91,- Euro. Die höheren Kosten des Ersttermins erklären sich mit dem in einer späteren Umfrage ermittelten Zeitaufwand von rund 120 Minuten für ein Erstgespräch sowie oft nochmals ein bis zwei Stunden für nachfolgende Fallbearbeitung und Mittelwahl. Die Unterschiede liegen am einzelnen Krankheitsfall wie auch an der Kalkulation des Heilpraktikers. Dieser kann seine Honorare frei bestimmen (auch höher oder niedriger als hier genannt), muss den Patienten jedoch vor Behandlungsbeginn über seine Tarife informieren.
Die Umfragewerte des VKHD sind im Leistungsverzeichnis Klassische Homöopathie 2011, kurz LVKH auch für Patienten im Netz einsehbar abgebildet. Die im sog. GebüH (Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker) genannten Kosten sind unrealistisch, da nicht klar auf klassische Homöopathie bezogen und 30 Jahre veraltet.

Werden die Kosten erstattet?

Private Krankenversicherungen und zumeist auch Beihilfestellen übernehmen vertragsabhängig in der Regel einen Teil der Kosten. Manche gesetzliche Krankenkassen übernehmen bei Ärzten einen Teil der Kosten. Die IKK Südwest bezuschusst auch Heilpraktikerbehandlungen. Vor allem für nur gesetzlich versicherte Familien können private Zusatzversicherungen interessant sein. In Einzelfällen können Solidargemeinschaften wie Artabana eine Ergänzung oder Alternative zu üblichen Versicherungen sein. Aber fragen Sie nicht alleine nach den Kosten: Wer chronische Krankheiten mit nur 30min. Erstgespräch und ohne eingehende Fallanalyse behandelt, praktiziert womöglich keine Homöopathie auf hohem Niveau.

Wie lange dauert eine homöopathische Behandlung?

ZeitDie Fragen der Kosten und der Dauer sind logischerweise miteinander verbunden — wobei zur Beruhigung zu sagen ist, dass die Terminintervalle bei einer homöopathischen Behandlung, wenn erstmal ein Anfang gemacht ist, großzügiger als bei den meisten anderen Therapieverfahren bemessen werden können. Die Kosten pro Jahr bleiben daher bei chronischen Behandlungen, sofern es einmal länger dauern sollte, meist unter 500,- Euro.
Wenn eine schon 20 Jahre bestehende Krankheit nach zwei Jahren weitestgehend geheilt ist, dann ist das nicht langsam; eine erste deutliche Besserung sollte sich freilich schon in wesentlich kürzerer Zeit zeigen. Bei akuten Krankheiten sehen wir oft schon nach ein oder zwei Stunden oder nach einem halben Tag eine deutliche Besserung. Bestimmte Akutbeschwerden wie beispielsweise heftige Zahnungsbeschwerden von Säuglingen habe ich schon (reproduzierbar) nach wenigen Minuten mit Besserung reagieren sehen.
Langsam oder schnell ist nicht die homöopathische Arznei, sondern der Organismus selbst bestimmt die mögliche Heilungsdauer, je nachdem ob eine alte, schwere und lange bestehende oder eine relativ junge Krankheit behandelt werden soll. Allerdings können auch Krankheiten, die gerade erst in Erscheinung getreten sind, in einer langen Vorgeschichte verwurzelt sein.

Darf man während einer homöopathischen Behandlung Kaffee trinken?

kaffee Es gibt Homöopathen, die in dieser Hinsicht streng sind und jeden Kaffeekonsum während einer chronischen homöopathischen Behandlung ablehnen. Auf diese Weise gehen sie sicher, dass der Kaffee sich nicht als möglicher Störfaktor auswirkt. Andere Homöopathen schauen eher im Einzelfall. Es ist nicht generell und nicht in jedem Falle so, dass Kaffee die Wirkung homöopathischer Mittel stören muss. Störend wirkt Kaffee vor allem unter den folgenden Umständen: 1. der Kaffee ist als krankheitserhaltender Faktor zu bewerten, 2. der Kaffee ist mit einem ausgeprägten Suchtfaktor verbunden, 3. die Symptomatik des Patienten ist in bestimmten Teilen der homöopathischen Symptomatik von Coffea ähnlich, mit entsprechender Neigung zu Aufgeregtheit und so weiter, 4. bei Verordnung bestimmter homöopathischer Mittel.
Besprechen Sie mit Ihrem Behandler, was für Sie richtig ist. Eine homöopathische Behandlung kann auch durch scharfe oder durchdringende ätherische Öle (Pfefferminzöl, Kampfer, Patchouli) gestört werden. Die größten Störungen sind jedoch durch nicht abgesprochene Einnahme homöopathischer Medikamente möglich. Dies betrifft auch das „richtige“ Mittel, wenn es beispielsweise zu oft oder zu lange eingenommen wird. Da gewissermaßen auf gleicher Ebene wirkend, stört dies weitaus mehr als die Anwendung konventioneller Arzneimittel.

Ist eine homöopathische Behandlung möglich, solange ich noch andere Medikamente einnehme?

Pillen Bitte stoppen Sie unter keinen Umständen auf eigene Faust die Einnahme verschriebener Arzneien. Ich hatte und habe nicht wenige Patienten, die definitiv schulmedizinische Arzneien einnehmen müssen, beispielsweise bei Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen. Dennoch haben auch diese Patienten auf die homöopathische Behandlung ganz hervorragend reagiert.
Manchmal gibt es selbst nach schulmedizinischen Kriterien fragwürdige Verschreibungen und oft sind praktische Lösungen zu finden, um einen gangbaren und zu verantwortenden Weg zu finden. Solche Entscheidungen bedürfen jedoch entsprechender medizinischer Kenntnisse. Wie eine solche Lösung aussieht, liegt ganz am Einzelfall und kann daher auch nicht im Internet diskutiert werden.

Was kann ich selbst zum Erfolg einer homöopathischen Behandlung beitragen?

wilde Rose Homöopathische Arzneien wirken bei Kindern wie auch bei Tieren ganz hervorragend, auch ohne dass diese dazu selbst etwas tun müssen. Es ist auch nicht erforderlich, an die Wirkung besonders zu „glauben“; ein gefestigter Unglaube könnte die Wirkung aber womöglich einschränken. Während einer homöopathischen Behandlung sind ein paar Dinge zu beachten, welche die Wirkung und damit den Behandlungserfolg einschränken oder verhindern können. Dies betrifft in erster Linie Folgendes:

  • nicht abgesprochene Einnahme homöopathischer Arzneien inklusive sog. Schüßler-Salzen, Komplexmitteln und anthroposophischen Präparaten, soweit diese potenzierte Inhaltsstoffe haben (diese stören viel mehr als schultherapeutische Medikamente, da sie auf gleicher Ebene wirken),
  • Einnahme des verschriebenen Mittels über die besprochene Einnahmedauer hinaus,
  • nicht abgesprochene sonstige Arzneianwendung (außer in Notfällen – auch sind schulmedizinische Medikamente sind kein generelles Hindernis für eine homöopathische Behandlung!)
  • je nach Hinweisen Ihres Behandlers: der Konsum von Kaffee oder/und Schwarztee (teeinhaltigen Tees) sowie Anwendung scharfer ätherischer Öle (Minzöl, Eukalyptus, Kampfer oder Präparate, die solche Stoffe enthalten, von Hustenbonbons und -Balsams bis zu japanischem Heilpflanzenöl, Tigerbalsam und manchen Rheuma-Einreibungen,
  • Lebensgewohnheiten und Situationen, die als krankheitserhaltender Umstand zu bewerten sind.

Besprechen Sie dies mit Ihrem Behandler! Nicht zu unterschätzen ist gerade der letzte Punkt, bedarf aber mehr noch als alles andere der individuellen Beratung. Zum Kaffee siehe auch hier, zu anderen Medikamenten hier.

ApfelEin nachhaltiger und langfristig anhaltender Behandlungserfolg ist wahrscheinlicher, wenn Sie im Übrigen alles tun, was auch sonst der Gesundheit förderlich ist. „An apple a day keep’s the Heilpraktiker away…?“ — Eine gesunde Lebensweise mit ausgeglichener Ernährung, genügend Bewegung, Wechsel von Engagement und Entspannung ist selbstverständlich förderlich. Oft wird allerdings einseitig nur an die physische Ernährung und Gesundheit gedacht, und selbst spirituelle Bereiche werden konsumorientiert angegangen. Beides treibt merkwürdige Blüten im subtil gepflegten Narzissmus unserer Wellness-Kultur wie auch in der marktgängigen Pseudo-Esoterik.
Dessen ungeachtet sind soziale, seelische, physische und geistige Gesundheit auf’s Engste miteinander verwoben. Gesundheit ist niemals statisch, sondern wird ständig neu erwirkt im individuellen Entwicklungsprozess. In der Gesamtbetrachtung ist entscheidend, was an „Gesundem“ (auf jeder Ebene) von uns ausgeht, nicht nur was wir konsumieren. Ungesunde äußere Bedingungen können wir leider nicht immer vermeiden, oder wenn wir die Vermeidung überbetonen, bezahlen wir meist einen anderen Preis. Die Entfaltung innerer Ressourcen, wie folgend aufgeführt, verbessert die körperliche Gesundheit weitgehend unabhängig von den äußeren Umständen:

  • Grundvertrauen darin, dass Ereignisse mir nicht nur willkürlich zustoßen, sondern in einem tieferen Zusammenhang stehen und verstanden werden können,
  • Grundvertrauen, dass Entwicklung möglich ist und dass ich Schwierigkeiten und Herausforderungen sinnvoll begegnen kann,
  • Unterscheidungsfähigkeit: was will und was kann ich verändern, und was sollte ich besser gelassen hinnehmen.

Gesundheit ist also viel mehr als Abwesenheit von Krankheit. Zu einem gewissen Anteil müssen wir unsere Gesundheit jeden Tag neu erschaffen — in der Fachsprache wird in diesem Zusammenhang von „Salutogenese“ gesprochen. Je weiter ein Mensch in seiner persönlichen Entwicklung kommt, desto größer wird seine Mitverantwortung dabei.

Wenn mein Heilpraktiker mein homöopathisches Konstitutionsmittel gefunden hat, kann ich dies immer und bei allen Beschwerden einsetzen?

Pulsatille Den Begriff des Konstitutionsmittels verwende ich nicht gerne, denn er ist ebenso populär gebräuchlich wie missverständlich. Selbstverständlich erfolgen tief wirkende chronische Verschreibungen unter Berücksichtigung der Konstitution, und sie zielen auf eine Stärkung des gesundheitlichen Gleichgewichts insgesamt. Die Grundanlage oder Konstitution eines Menschen soll dabei freilich nur in ihr individuell bestmögliches Gleichgewicht gebracht und nicht manipuliert oder verändert werden. Es gibt nicht „das“ Konstitutionsmittel, das einem Menschen fix zuzuordnen wäre. Gesundheitliche Prozesse entwickeln sich und die chronisch angezeigten Mittel können sich ändern. Wie schon Hahnemann feststellte, bedürfen gerade Krankheiten mit chronischem Hintergrund aufgrund ihrer Komplexität häufig Mittelfolgen. Die Abfolge angezeigter Arzneien — anders herum auch die Entscheidung, länger bei einer Arznei zu bleiben — hängt von der jeweils aktuellen Entwicklung ab. Wenn Ihr Heilpraktiker oder Arzt ein anderes Mittel verschreibt, dann ist dies oft eine logische Folge und nicht immer eine Kurskorrektur. In Hahnemanns eigener Praxis war die Wiederholung des gleichen Mittels daher die Ausnahme und nicht die Regel.
Bei Akutbeschwerden kann die Anwendung des chronisch indizierten Mittels in geeigneter Dosis und Potenz eine mögliche Strategie sein, sofern die vorliegenden Beschwerden keine Erstverschlimmerung sind, keine neue Ursache haben oder mit ihrer Symptomatik nach einer anderen Verschreibung rufen. Die Beurteilung hängt ganz vom Einzelfall ab. Manche Akutbeschwerden sind nur ein Aufflammen oder eine Wellenbewegung im chronischen Verlauf, bei der eine zu frühe Wiederholung des chronisch angezeigten Mittels ganz erheblich stören kann und einen Rückfall bereits erfolgreich gebesserter Beschwerden zur Folge hat! Das ist ein echter Verschreibungsfehler, der bei schlecht ausgebildeten Praktikern oder in der Selbstbehandlung leider immer wieder vorkommt.

Hat mein Heilpraktiker oder Arzt 'mein' homöopathisches Mittel noch nicht gefunden, wenn er ein anderes verschreibt?

Globuli Wie schon im obigen Abschnitt gesagt: „Das“ Konstitutionsmittel, welches einem Menschen ein für alle Mal zuzuordnen wäre, gibt es nicht. Gesundheitliche Prozesse entwickeln sich und die chronisch angezeigten Mittel können sich ändern. Gerade Krankheiten mit chronischem Hintergrund bedürfen aufgrund ihrer Komplexität häufig Mittelfolgen. Die Abfolge angezeigter Arzneien — anders herum auch die Entscheidung, länger bei einer Arznei zu bleiben — hängt von der jeweils aktuell beobachteten Entwicklung ab. Wenn Ihr Homöopath ein anderes Mittel verschreibt, dann ist dies oft eine logische Folge und nicht jedes Mal eine Kurskorrektur. In Hahnemanns eigener Praxis war die Wiederholung des gleichen Mittels daher die Ausnahme und nicht die Regel.
Dessen ungeachtet gibt es durchaus Verschreibungen, die eine nicht oder unzureichend wirksame Mittelwahl korrigieren. Die Auffindung eines guten Simile, der „ähnlichen“ Arznei, ist alles andere als einfach und gelingt nicht immer im ersten Anlauf. Wenn dann womöglich erst die dritte Verschreibung signifikant hilft, obwohl der Patient dann eigentlich keine Hoffnung mehr hat, widerlegt dies immerhin die Annahme, dass die Wirkung der Homöopathie vor allem auf „Glauben“ beruhe.

Welche Krankheiten werden von Homöopathen behandelt, und welche Grenzen gibt es?

schranke Viele Patienten kommen erst dann zum Homöopathen, wenn andere Therapieansätze versagt oder nicht weitergebracht haben. Entsprechend hoch ist der Anteil chronischer Krankheiten wie beispielsweise Neurodermitis, Heuschnupfen, Asthma, Allergien, Migräne, rheumatische Beschwerden, psychosomatische Störungen, häufig wiederkehrende Infekte der Atemwege oder anderer Organen, et cetera. Vor allem in der Kinderpraxis haben auch Akutbehandlungen einen größeren Anteil. Prinzipiell homöopathisch behandelbar ist eine sehr große Anzahl von Krankheiten, allerdings muss jeder Homöopath seine persönlichen Grenzen ebenso wie die der Homöopathie an sich respektieren. So sind Krankheiten, die bereits zu starken Gewebsveränderungen (bspw. eine schwere Arthrose) oder zum Verlust von Organgewebe geführt haben (Diabetes Typ 1) nicht eigentlich heilbar. Eine Besserung der mit der Grundkrankheit verbundenen Beschwerden kann dennoch möglich sein. Manche Homöopathen behandeln auch schwere Krankheiten wie beispielsweise Krebs, was jedoch eher in einer Klinikumgebung und ergänzend zu anderen Maßnahmen möglich ist. Für Suchtkrankheit, Psychosen, Magersucht etc. gilt Entsprechendes: nicht nur die Methode, sondern auch die Umgebung, das „Setting“ ist wichtig. Zu beachten sind ferner Aufklärungspflicht im Sinne einer informierten, freien Entscheidung des Patienten, Sorgfaltspflicht und weitere gesetzliche Grenzen. Wir verstehen uns als Therapeuten, nicht als Wunderheiler. Jeder seriöse Homöopath, Heilpraktiker wie Arzt, wird mit Ihnen besprechen ob weitere Maßnahmen sinnvoll oder notwendig sind.

freie Impfentscheidung

Sind Homöopathen Impfgegner?


So pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten!

Impfen?Zunächst einmal haben Homöopathie und Impfungen nichts miteinander zu tun. Bedeutet: Wenn ich ein Homöopath bin, muss ich deswegen noch nicht unbedingt Impfgegner sein. Dennoch sind viele Homöopathen kritisch zu Impfungen eingestellt. Dies kommt daher, dass in der Homöopathie die Beobachtung der Vorgeschichte von Krankheiten eine große Rolle spielt. Bei der Betrachtung von Patientengeschichten zeigt sich nicht selten, dass eine Impfung zum auslösenden Faktor einer nachhaltigen Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes wurde. Kritik an Impfungen und Plänen zur Impfpflicht kommt daher bei weitem nicht nur, aber doch häufig von Homöopathen.

Die große Mehrzahl der Fälle der von Homöopathen beobachteten „gesundheitlichen Verschlechterungen nach Impfung“ liegen unterhalb der Schwelle eines rechtlich anerkennbaren Impfschadens. Die Schwelle, um einen Impfschaden als solchen anerkennen zu lassen – und erst dadurch taucht er überhaupt in der Statistik auf – ist sehr hoch. Die meisten Experten der zuständigen Kommissionen stehen auf der Gehaltsliste der Pharmaindustrie… und auch im günstigen Falle dauern die Verfahren so lange, dass die meisten Betroffenen vorab aufgeben. Daher besitzen auch die offiziellen Impfschaden-Statistiken keine Aussagekraft.

Pauschale Aussagen sind dennoch nicht möglich. Viele Krankheiten, gegen die geimpft wird, können bei ungünstigem Verlauf tatsächlich ernstzunehmende, bleibende Schäden hinterlassen. Die Risiken durch diese Infektionen wie auch die Impfrisiken betreffen jedoch keineswegs jeden Menschen mit gleicher statistischer Wahrscheinlichkeit! Das persönliche Risiko hängt in hohem Grade von der individuellen Disposition ab (die allerdings nicht immer ganz einfach zu erkennen ist). Positiv ausgedrückt: Ein Mensch mit gesunder Abwehrkraft kann eine Impfung ebenso folgenlos wie die betreffende Infektion überstehen.

Bedauerlich ist, dass sowohl Impfbefürworter wie Impfkritiker häufig mit Angst und moralischem Druck argumentieren. Auf beiden Seiten wird die argumentative Keule eingesetzt „wollen Sie, dass Ihr Kind lebenslang diesen und jenen Schaden trägt“. Zudem werden sogenannte Impfverweigerer häufig als unsozial stigmatisiert, denn angeblich verhindern sie die Ausrottung der betreffenden Krankheit — eine Behauptung, die sich epidemologisch leicht widerlegen lässt.

Eine angemessene Impfberatung ist immer nur im persönlichen Gespräch und nicht via Internet möglich. Es geht keineswegs immer nur um „ja oder nein“, sondern auch darum, welche Impfungen in welchem Alter, kombiniert oder einzeln, auf welche Umstände zu achten ist, et cetera. Wenn Ihr Therapeut, gleich ob Impfgegner oder Befürworter, sich für eine solche Beratung keine Zeit nimmt oder nur einseitige Parolen sprüht, dann ist er zumindest für diese Frage womöglich nicht der richtige Ansprechpartner. Angst und Drohung sind keine guten Ratgeber. Informieren Sie sich unbedingt auf beiden Seiten. Umso mehr, falls Ihr Kind (oder Sie) schon einmal ungünstig auf eine Impfung reagiert hat. Wichtig ist nicht nur wozu, sondern auch wie Sie sich entscheiden!

Gibt es homöopathische Impfungen?

homöopathisch impfen?? Manchmal werden „homöopathische Impfungen“ angeboten. Klingt sehr verlockend. Etwa so wie der ökologische Rennwagen oder die pazifistische Abwehrraketen! Hier muss ich fachlich eindeutig Stellung beziehen, denn durch einzelne fragwürdige Angebote kann die Homöopathie insgesamt in Misskredit gebracht werden.
Homöopathie und Impfungen beruhen auf völlig unterschiedlichen medizinischen Prinzipien. Egal wie wir das eine oder andere bewerten: „homöopathisch impfen“ ist so unmöglich wie im Wasser fliegen oder in der Luft zu schwimmen. Die jeweiligen Reaktionsebenen sind verschiedenartiger als die Aggregatzustände von Wasser und Luft.
Bei der vorgeblichen „homöopathischen Impfung“ handelt es sich um eine Gabe abgetöteter und potenzierter Erreger der gleichen Krankheit. Das geht schnell und bedarf keinerlei Homöopathiekenntnisse. Qualifizierte Homöopathen lehnen dieses im Kern unhomöopathische Vorgehen eher ab. Vorsichtig konventionell zu impfen, d.h. mit Rücksichtnahme auf bestehende Infekte, nicht in den ersten Lebensmonaten, nicht mit Mehrfachimpfstoffen oder fragwürdigen Wirkverstärkern ist ehrlicher und die andere Entscheidungsmöglichkeit. Wesentlich sinnvoller, allerdings auch aufwändiger als pseudo-homöopathische Pseudo-Impfungen ist eine ordentlich homöopathische Behandlung, die auf Therapie chronischer und veranlagungsbedingter (konstitutioneller) gesundheitlicher Schwächen zielt und den Organismus insgesamt stabilisiert, so dass er auch mit einer Infektionskrankheit besser fertig wird. Eine solche Behandlung, manchmal „Konstitutionsbehandlung“ genannt, kann je nach Einzelfall eine Alternative zu Impfungen sein oder begleitend geschehen. Es gibt insofern Alternativen zu Impfungen, aber keine „alternative Impfungen“.

Wie stehen Sie zu homöopathischer Grippe- oder Malaria-Prophylaxe?

grippe Homöopathische Malaria-Prophylaxe, Keuchhusten-Prophylaxe, homöopathische Grippe-, Scharlach- und Papillomvirus-Prophylaxe? Klingt womöglich gut, aber hier gilt das Gleiche, was ich einen Abschnitt weiter oben zu „homöopathischen Impfungen“ sage. Den Sinn bspw. einer Malaria-Prophylaxe bei Auslandsreisen pauschal in Frage zu stellen ist wenig hilfreich. Seriös und sinnvoll ist allenfalls eine sog. konstitutionelle homöopathische Behandlung chronischer Gesundheitsschwächen, was dem Organismus indirekt helfen kann, auf mögliche Infektionen sinnvoll zu reagieren. Dies bedarf jedoch einer umfassenden Fallaufnahme durch einen gut ausgebildeten Homöopathen. Pseudo-homöopathische Schnellschüsse bringen nur die Homöopathie insgesamt in Misskredit.

Fragen zur homöopathischen Selbstbehandlung

Welche Beschwerden sind zur homöopathischen Selbstbehandlung geeignet?

GlobuliHomöopathische Selbstbehandlung ist sinnvoll und möglich:
zur Ersten Hilfe, bevor man einen Heilpraktiker oder Arzt erreicht,
bei bekannten akuten Beschwerden, sofern nicht heftige Schmerzen, hohes Fieber oder neue, so nicht bekannte Symptome anzeigen, dass professionelle Hilfe erforderlich ist, die dann auch nicht verzögert werden darf.
Beispiele sind eine harmlose oder beginnende Erkältung, ein verknackster Fuß oder der Reisedurchfall — wobei letzterer bei kleinen Kindern bereits zu den potenziell gefährlichen Erkrankungen und insofern in die Kategorie „Erste Hilfe“ gehört. Viele Menschen machen auf diese Weise ihre erste Bekanntschaft mit der Homöopathie und fassen so Vertrauen in die Wirkung der Homöopathie als Methode.

Gegenanzeigen einer homöopathischen Selbstbehandlung sind jedoch:

  • eine bereits laufende homöopathische Behandlung (*),
  • heftige oder dem Patienten unbekannte Symptome, außer zur Ersten Hilfe,
  • chronische oder häufig wiederkehrende Beschwerden.

Grenzen SelbstbehandlungFerner möchte ich von lange fortgesetzter Einnahme homöopathischer Arzneien und von jeder Selbstbehandlung mit hohen Potenzen über C12 (evtl. C30) abgeraten, ausgenommen Hochpotenz-Anwendung in Notfällen. Anderweitig erforderliche Maßnahmen inklusive einer ordentlichen Diagnostik dürfen nicht verschleppt werden.

(*) Selbstbehandlung während einer laufenden homöopathischen Behandlung wird insbesondere bei chronischen Beschwerden leicht ungewollt zum Störmanöver und kann sogar den Behandlungserfolg verhindern. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Therapeuten!
Womöglich nennt er Ihnen Ausnahmen und gibt Hinweise zur Anwendung einer homöopathischen Haus- oder Notfallapotheke, beispielsweise für Notfälle wie einen Kruppanfall. Viele Behandler möchten jedoch grundsätzlich Rücksprache und keine „eigenmächtige“ Einnahme gleich welchen Mittels. Dies hängt sowohl vom Einzelfall wie von der Vorgehensweise des Behandlers ab.

Was taugen Internet-Portale und Bücher, die homöopathische Mittel einfach nach Diagnose 'verordnen'?

apothWie steht es mit homöopathischer Selbstbehandlung von Heuschnupfen, Asthma, Abmagerung, Arteriosklerose, Bronchitis, Anämie, Essstörungen, Bluthochdruck, Eierstockzysten, Gallensteinen, Hämorrhoiden, Allergien, Ischialgie, Hexenschuss, Rheuma oder Dickdarm-Entzündung? Es gibt Internet-Portale, wo Sie nur etwas herumklicken müssen, und schon ist die Auswahl auf eines oder wenige Homöopathika eingegrenzt. Dann noch ein Klick auf „Warenkorb“ und ein weiterer auf „Kasse“… mit Homöopathie hat dies rein gar nichts zu tun! – Ich weiß, es gibt Bücher und es gibt Vortragsveranstalter, es gibt weitere Anbieter, leider sogar Behandler, die es nicht besser bringen.

Vorab: Chronische Erkrankungen wie die oben genannten sind vornherein nichts für Selbstbehandlung. Unklare Zustände wie beispielsweise Abmagerung, Schwindel oder Schwäche ohne bekannte Ursache bedürfen zudem einer medizinischen Abklärung. Kochbuch-Homöopathie kann medizinisch verantwortungslos und homöopathisch irreführend sein.

Der ganzheitliche Ansatz der Homöopathie zeichnet sich ja dadurch aus, dass homöopathische Arzneien gerade nicht nach Krankheitsdiagnose, sondern auf Grundlage des Gesamtzustandes des erkrankten Menschen verordnet werden. Behandelt wird nicht die Krankheit wie etwas isoliert für sich alleine stehendes, sondern in Bezug auf den erkrankten Menschen. Die individuelle Reaktionsweisen, die Gesamtheit der körperlichen und seelisch-geistigen Befindensänderungen werden einbezogen, bei chronischen Erkrankungen werden sogar Krankheitsgeschichte und familiäre Dispositionen mit herangezogen. Eine Verschreibung alleine nach Diagnose ist vornherein keine homöopathische Verschreibung! Dennoch muss auch die Diagnose bekannt sein und ggf. geklärt werden, um sachgemäß homöopathisch behandeln zu können.

Erster Anhaltspunkt für eine qualifizierte homöopathische Behandlung ist, dass wenigstens eine gründliche Fallaufnahme erfolgt. Bei chronischen Erkrankungen dauert dies mit Beratung und ggf. Untersuchung zumindest eine, häufiger zwei Stunden. Therapeutensuche siehe hier.

Warum behandeln professionelle Homöopathen sich bei chronischen Beschwerden nicht selbst?

Goya, Arzt als EselHomöopathen lassen sich im Zweifelsfall von Kollegen behandeln. „Wer sich selbst behandelt, hat einen Esel als Arzt und einen Idioten als Patienten!“ — dieser Satz hat jedenfalls bei chronischen Erkrankungen und solchen mit chronischem Hintergrund seine Berechtigung. Ich kann mein Knie und vielleicht auch meine Erkältung behandeln, aber nicht mich. Ich kann mich auch nicht selbst psychotherapieren. Wichtig ist das Gegenüber! Ich will nicht ausschließen, dass man für sich selbst auch mal ein richtiges Mittel finden kann. Bei chronischen Beschwerden geht es jedoch auch um die gesundheitliche Entwicklung über einen längeren Zeitraum, wobei weitere Verschreibungen erforderlich werden können. Ohne außenstehende Person ist dies viel schwieriger zu begleiten. Dies gilt sogar für enge Freunde und Familienangehörige, die wir jeden oder fast jeden Tag sehen. Hier fehlt ganz einfach der Abstand, um über Wochen stattfindende Veränderungen richtig einschätzen zu können. Therapiesituation, Freundschaft und familiäre Bindungen sind verschiedene Beziehungsebenen. Eine unbedachte oder naive Vermischung führt leicht in Sackgassen.
Jeder Mensch kann und darf für die Grundlagen seiner geistigen und körperlichen Gesundheit sorgen und sich entfalten. Doch in der chronischen Behandlung benötigt es definitiv ein therapeutisches Gegenüber.

Fragen zu Heilpraktiker-Ausbildung und Beruf

Wie finde ich eine gute Heilpraktiker-Schule / eine gute Homöopathie-Schule?

Stethoskop Auf diese Frage kann es keine allgemein und für jeden Menschen richtigen Antworten geben. Wenn Sie keine sehr konkrete und persönliche Empfehlung haben (und u.U. selbst dann), rate ich Ihnen, sich zunächst einmal Unterlagen von zwei oder drei in Betracht kommenden Schule zuschicken zu lassen, diese sorgfältig durchzulesen und sich konkrete Fragen zu notieren. Mit diesen Fragen sind Sie dann auf ein mögliches Informations- oder Beratungsgespräch gut vorbereitet. Natürlich können Sie für einen über drei Wochen oder drei Monate laufenden Trainingskurs, der sich an Menschen mit Vorkenntnissen wenden, nicht den gleichen Umfang an Beratung erwarten wie für eine dreijährige Ausbildung! Vorab sollten Sie auch einige Fragen an sich selbst stellen:

  • welchen täglichen oder wöchentlichen Lernaufwand kann ich erbringen?
  • besitze ich die erforderliche Selbstdisziplin und entsprechendes Durchhaltevermögen?
  • welche Bedeutung hat für mich eigenverantwortliches Lernen und Lernen in Gruppen?
  • welche Schulform kommt meinen Bedürfnissen und Möglichkeiten am besten entgegen: Vollzeit, Teilzeit, Fernstudium oder integrative Konzepte?
  • besitze ich ausreichend Eigeninitiative und bin ich in der Lage, meine Lebensumstände so zu organisieren, dass ich meine Ideen schrittweise verwirklichen kann?

Und nun einige Anhaltspunkte als Checkliste zum Finden einer Schule:

  • vergleichen Sie, und spüren Sie die persönliche Stimmigkeit ebenso ab wie objektive Kriterien,
  • fragen Sie nach Lehr- und Lernmethoden, nach Skriptmaterialien und Lern-zielkontrollen, nach Feedback-Prozessen und Qualitätsentwicklung der Schule,
  • nutzen Sie Angebote zu unverbindlichem Vorgespräch oder/und kostenlosem Probeunterricht,
  • nutzen Sie Probeunterricht auch zum Pausengespräch mit mehreren Studierenden,
  • suchen Sie falls möglich auch das Gespräch mit etablierten Heilpraktikern, die keiner Schule verpflichtet sind,
  • Vorgespräch oder Beratungsgespräch finden statt ohne Druck, schnell einen Vertrag zu unterschreiben,
  • dem Vorgespräch oder Beratungsgespräch folgt keine hektische, häufige oder aufdringliche Telefonacquise,
  • keine Ermutigung zur Kreditaufnahme für die Ausbildung, keine unzüchtigen Vorschläge wie: „Ein guter Heilpraktiker verdient 6.000,- bis 8.000,- Euro im Monat, da haben Sie ein Ausbildungsdarlehen von 20.000,- Euro in drei Monaten abbezahlt“,
  • insgesamt ehrliche Beratung, keine Traumfabrik mit illusorischen Vorstellungen über die berufliche Zukunft,
  • auf Ihre Fragen (notieren Sie sich vorher einige!) wird eingegangen,
  • auf Nachfrage Auskunft über Qualifikation, Berufserfahrung und didaktische Fortbildung der DozentInnen,
  • auf Nachfrage Auskunft über den Lehrplan (Curriculum), jedenfalls als Rahmenlehrplan,
  • auf Nachfrage Literaturliste,
  • hinterfragen Sie den Begriff „Praktikum“, falls damit geworben wird,
  • Praktikum ist nicht rechtlich definiert. Kann Unterschiedliches bedeuten: Video mit echtem Patienten anschauen, mit 20 Leuten zuschauen wie ein Patient akupunktiert wird, Vorführung irgendeines Gerätes, Hospitation in einer Praxis mit oder ohne anschließende Fallbesprechung, eigene Tätigkeit unter Anleitung. Eine wichtige Form des praktischen Lernens ist die Lehrpraxis, später dann die Supervision der eigenen Praxistätigkeit.
  • klarer Hinweis auf die zuhause erforderlichen Lernzeiten,
  • klare Angaben zu Kosten und Kündigungsfristen,
  • faire Ausbildungsverträge — eine gewisse Verbindlichkeit wird allerdings jeder Anbieter fordern müssen!

Für eine Homöopathie-Ausbildung sollten Sie darüber hinaus schauen

    welche homöopathisch-fachliche Ausrichtung verfolgt die Schule?

  • wird eine offene Diskussionskultur gepflegt?
  • wie wird auf die Anforderungen beruflicher Praxis vorbereitet, auf den Umgang mit Patienten und auf die Führung einer Praxis?
  • wie werden klinische Aspekte in die Homöopathie-Ausbildung einbezogen?
  • begleitet die Schule über die Ausbildungsdauer hinaus in die Praxistätigkeit, beispielsweise durch Coaching oder durch Fallsupervision?
  • besitzt die Schule eine Akkreditierung der „Stiftung Homöopathie-Zertifikat“?

Akkreditierungen und Zertifikate sind nicht alleine entscheidend. Aber die „Stiftung Homöopathie-Zertifikat“ gewährleistet immerhin eine Teilnahme an Qualitätsprozessen, die einem auf hohem Niveau fortgesetzten bundesweiten Fachkonsens entspringen.

Machen Sie sich nicht zu schnell oder nur „nach Geschmack“ eine Meinung über homöopathische Richtungen. Schauen Sie sich in Ruhe alles an. Und nochmals: prüfen Sie die ganz persönliche Stimmigkeit für Sie selbst, genauso wie objektive Kriterien!

Warum gebe ich diese Hinweise? Aus einem einfachen Grunde: weil es mehr Spaß macht mit Studierenden zu arbeiten, die eine gute Entscheidung getroffen haben.

„Heilpraktikerschule finden“ (PDF)

Bin ich geeignet zum Heilpraktiker, zur Heilpraktikerin, zur Homöopathie?

Wie groß ist die Chance, die Heilpraktiker-Prüfung zu bestehen?

gesamtGrundlegende Voraussetzung, um als Heilpraktiker praktizieren zu dürfen, ist die gesundheitsamtliche Heilpraktiker-Überprüfung.
Viele machen sich Sorgen: „kann ich die Prüfung bestehen?“.
Zunächst einige sachliche Informationen. Die Überprüfung ist in eine schriftliche und in eine mündliche Prüfung aufgeteilt. Wer die schriftliche Prüfung besteht — dies ist bei ca. 50% der Bewerber Fall — wird zur mündlichen Prüfung zugelassen, die wiederum von etwa der Hälfte der Bewerber bestanden wird. Übrig bleiben unterm Strich ca. 20 – 25% Bestehensquote.
Ist das „ungerecht“?
Nein. Die strenge Überprüfung trägt dazu bei, uns vor dem Vorwurf zu bewahren, dass Heilpraktiker medizinische Laien seien (oder gar Menschen, die es in anderen Berufen zu nichts gebracht hätten). Wer nicht Eigeninitiative, Selbstdisziplin, Durchtragevermögen und ein Mindestmaß an Intelligenz mitbringt, hat keine Chance, die Prüfung zu bestehen. Alle diese Eigenschaften werden, ebenso wie medizinisches Grundwissen, später im Beruf ohnehin gebraucht. Ohne die gesundheitsamtliche „Auslese“ wäre das Angebot an Heilpraktikern völlig unüberschaubar. Die überprüften medizinischen Kenntnisse sind durchaus von Belang: Erstens, um potenziell gefährliche Krankheitszustände zu erkennen beziehungsweise weitere Untersuchungen und Maßnahmen zu veranlassen, wann immer dies erforderlich ist. Zweitens, um Patienten in medizinischen Fragen beraten zu können und drittens ist es von Vorteil, mit Angehörigen anderer medizinischer Berufe auf Augenhöhe sprechen zu können.
Wer die gesundheitsamtliche Überprüfung nicht besteht, kann es auch noch ein zweites und drittes Mal versuchen. Nur zum „Ausprobieren“ empfehlen wir das aber nicht. Schlecht vorbereitete Heilpraktiker-Anwärter mit unklarer Zielsetzung (allgemeines Interesse, aber kein Berufsziel) sind sicher ein Grund für die Prüfungsstatistik. Wenn Sie wirklich gut vorbereitet sind, dürften Sie nicht 20% sondern mindestens 80% Chance haben, die Prüfung zu bestehen.

Ist der sog. „Gesundheitspraktiker“ eine Alternative, als Light-Version ohne Hp-Prüfung? Überlegen Sie gründlich vor einer eventuellen Ausbildungen dahin: Eine präventivmedizinische Ausbildung ist sicherlich zu begrüßen. Doch die Patienten-Nachfrage wird größtenteils durch entsprechend ausgerichtete Heilpraktiker und Ärzte mit salutogenetischen Konzepten abgedeckt. Sobald die Feststellung oder Therapie gesundheitlicher Störungen auch nur ansatzweise ins Spiel kommt, wird die Zulassung als Heilpraktiker unumgänglich. Da kein Mensch „vollkommen gesund“ und frei von Leiden ist, bedarf es eines sehr klaren Konzeptes, um nicht in rechtliche Grauzonen zu geraten. Beginnen Sie eine solche Ausbildung daher nur dann, wenn Sie ein klares berufliches Konzept haben und nicht etwa die „Angst vor der Heilpraktikerprüfung“ der treibende Faktor ist.

Näheres zur Heilpraktikerüberprüfung.

Wie schaffen Sie die Heilpraktikerausbildung in dem angegebenen Zeitablauf?

Zeitaufwand Rechnen wir die Heilpraktiker-Grundausbildung und die Homöopathie-Ausbildung zusammen, dann sind dies immerhin rund 4,5 Jahre. Dieser Zeit sollte noch Fallsupervision und weitere Fortbildung folgen — eine Schnellbleiche gibt es also nicht bei uns. Die Heilpraktiker-Grundausbildung ist bei uns relativ kompakt, weil wir medizinische Grundausbildung und therapeutische Ausbildung konsequent trennen. Dadurch vermischen sich nicht zuviele Fächer und Sie können sich ganz auf den jeweiligen Stoff konzentrieren. Die Anforderungen an den täglichen Lernaufwand sollten allerdings keinesfalls unterschätzt werden.
Zusammen mit unserem Partner, der „Dura Mater“ erreichen wir sehr gute Bestehensquoten bei der gesundheitsamtlichen Überprüfung. Dies liegt — neben professionellem Unterricht und anderen Qualitäten — auch an unseren hoch motivierten Kursteilnehmern. Wir füllen unsere Kurse nicht auf mit Teilnehmern, die aus einem eher vagen Interesse an gesundheitlichen Themen Kurse buchen. Die gemeinsame Motivation der Kursteilnehmer ist also ein wesentlicher Faktor.

Wie steht es mit der Qualifikation von Heilpraktikern?

SHZ Die Zeiten, in denen der Beruf „Heilpraktiker“ von der geheimnisvollen Aura des Besonderen leben konnte, sind — falls es überhaupt jemals so war — schon lange vorbei. Die Patienten sind heute kritischer und besser informiert als vor 20 Jahren und schauen sich um. Die Frage, welche Qualitätsnachweise am Ende einer Ausbildung und später auch durch Fortbildungspflichten bestehen, ist daher für beide Seiten entscheidend.
Eine ordentliche medizinische Ausbildung wird durch die strenge gesundheitsamtliche Überprüfung gewährleistet. Besonders großen Wert legt das Gesundheitsamt — neben Kenntnissen der gesetzlichen Vorschriften — darauf, dass ein Heilpraktiker in der Lage ist, potenziell gefährliche Krankheiten oder Verdachtsmomente auf solche frühzeitig zu erkennen, um in diesem Fall alle medizinisch notwendigen Maßnahmen zu ergreifen bzw. zu veranlassen. Es ist zwar kein gesetzlich vorgegebener Ausbildungsweg vorgeschrieben, doch ohne eine gute Ausbildung und gezielte Vorbereitung gibt es keinerlei Chance, die Prüfung zu bestehen. Behauptungen, dass quasi jeder Medizinstudent im dritten Semester die Heilpraktikerprüfung bestehen könnte, entsprechen nicht der Realität.
Noch offen bleibt damit die Frage der therapeutischen Qualifikation. Diese sicherzustellen und auf transparente Weise darzustellen ist Aufgabe der Berufsverbände und Fachgesellschaften. Wichtig ist eine objektive Basis, die auf einem breiten fachlichen Konsens beruht und über das Zeugnis einzelner Ausbildungsstätten hinausreicht.
Schauen Sie genau, was hinter einem Zeugnis, Qualitätssiegel oder Zertifikat tatsächlich steckt. Zertifikate, die zugleich Vermarktungsstrategie eines Ausbildungsanbieters sind, sind nur halb so viel wert.
Beispielhaft für anbieter-unabhängige Qualitätssicherung und Qualitätsförderung steht die „Stiftung Homöopathie-Zertifikat“ SHZ, www.homoeopathie-zertifikat.de. Doch auch für andere Therapierichtungen wie Traditionelle Chinesische Medizin (mit Akupunktur etc.) oder Osteopathie gibt es Qualitätskonzepte und Therapeutenlisten, die ein hohes fachliches Niveau gewährleisten.

Wie sind die wirtschaftlichen Aussichten einer Heilpraktikerpraxis?

Puls fühlen China Die Gründung einer Heilpraktikerpraxis bedarf eines umfassenden persönlichen Einsatzes. Grundvoraussetzung ist die therapeutische Qualifikation, und gerade Praxisanfänger sollten eine solche auch in dokumentierter Form nachweisen können. Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit, Eigeninitiative und Durchhaltevermögen sind weitere Qualitäten, die nur eingeschränkt lehrbar, aber entwickelbar sind. Dazu kommen verschiedene Aspekte der Betriebsführung, was an vielen Heilpraktikerschulen leider gar nicht oder stiefmütterlich behandelt und von Schülern auch gerne verdrängt wird. Eine Praxiseröffnung ohne entsprechende Vorbereitung auf allen diesen Ebenen hat nur geringe Chancen auf nachhaltigen Erfolg. Nutzen Sie Fortbildungen, die Sie auf ein erfolgreiches Praxismanagement vorbereiten! Entsprechende Seminare werden auch von guten Berufsverbänden angeboten. Nach wie vor gelingt es vielen Kollegen und Kolleginnen, ihre Vision zu verwirklichen und dabei ein durchaus ordentliches Einkommen zu erzielen.
Wichtig ist darüber hinaus ein kollegialer Austausch beispielsweise in Arbeitskreisen, der neben fachlichen Fragen auch solche der Patienten- und Praxisführung mit einschließt. Und machen Sie sich bitte keine Gedanken über Konkurrenz. Ob der oder die Konkurrent/in im gleichen Haus oder zehn Kilometer weiter praktiziert, ist in unserer Branche ziemlich gleich. Gute Arbeit schafft wieder neue Nachfrage.

Welchem Heilpraktiker-Verband beitreten?

Brauchen wir Berufsverbände, was bringt die Mitgliedschaft und wie finde ich einen geeigneten Heilpraktikerverband?

Checkliste zu Heilpraktikerverbänden siehe hier.

 

Haben Sie weitere Fragen, die in diesen Rahmen passen?
Dann schicken Sie uns eine E-Mail und geben uns etwas Zeit zum Antworten. Fragen zu spezifischen Krankheitsfällen können wir aus in der Sache liegenden sowie auch rechtlichen Gründen allerdings nicht via Internet beantworten.
Aus sprachlichen Gründen verwenden wir hier durchgängig die männliche Form, gemeint und angesprochen sind natürlich Frauen wie Männer.