Dr. Jens Behnke zu dem Eindruck nach ideologisch motivierten Homöopathie-Gegnern

(bearbeitet 2026)

Mit diesem Meinungsbeitrag möchte ich gerne auf einige interessante Statements hinweisen, die auf eine erschreckende Diskrepanz zwischen Lautstärke und inhaltlich wissenschaftlicher Dürftigkeit ideologisch motivierter Homöopathie-Gegner hinweisen. Deren Auffassungen sind nicht bezahlt. Es sind echte Überzeugungen. Dennoch: Tatsächlich haben konventionelle Pharmahersteller, neben anderen Problemen wie kaum steuerbare Nebenwirkungen, mit einer eigenen Evidenz-Krise zu tun (siehe bspw. Silberman, 2009, Placebo is getting more effective and Drugmakers are desparate to know why). Wie schön, wenn einige nützliche Idioten – dieser Eindruck kann aufkommen! –  von den Problemen der Branche ablenken und auf andere zeigen.

The Scientific Background of Current Homeopathy Debates
https://www.carstens-stiftung.de/artikel/the-scientific-background-of-current-homeopathy-debates.html

Noémi Radványi interviewt Dr. Jens Behnke. Kurze Inhaltsangabe: Zum Verständnis von Studien ist es wichtig, Wirkung (Effekt) und Wirksamkeit (Nutzen für den Patienten) zu unterscheiden. Aus dieser Betrachtung resultiert bei Doppelblindstudien systembedingt ein gewisser Vorteil für medizinische Interventionen, die nur eine Diagnose im Blick haben, gegenüber Therapien, die sich auf den Gesamtzustand des Patienten richten. Sogenannte Beobachtungsstudien bilden die Anwendungs-Wirklichkeit und den Patientennutzen besser ab. Dennoch ist das Verhältnis positiver, negativer und unentschiedener Studienergebnisse bei Doppelblind-Studien zur Homöopathie und zu konventionellen Arzneimitteln in der Gesamtschau überraschend ähnlich. Weiterhin werden sogenannte Effektgrößen und gravierende Manipulationen von Meta-Analysen diskutiert.

Der Europäische Rat der Wissenschaftsakademien und die Homöopathie
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Dr. Jens Behnke analysiert neben Kernthesen und Schlussfolgerungen vor allem die problematische Quellenlage der Empfehlungen des Rates der Wissenschaftsakademien. Dieser zog in einseitiger Weise den bereits anderweitig diskutierten „Australian Report“, die Shang/Egger Analyse aus dem Jahre 2005 sowie der „UK House of Commons Science and Technology Committee Evidence Check“ zur Homöopathie heran. Andere wichtige Übersichtsarbeiten wie bspw. der HTA-Report von Bornhöft/Matthiesen wurden ausgeblendet. Weitere Hintergründe sind verlinkt.

Homöopathiekritik zwischen Wissenschafts-Dogmatismus und politischem Agendasetting
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Dr. Jens Behnke zeigt Entstehung und Hintergründe der Skeptikerbewegung auf. Er beleuchtet deren Motive, Ideologie und Strukturen, sowie nochmals: die inhaltliche Dürftigkeit an den eigensten Ansprüchen zur Wissenschaftlichkeit gemessen. Am Ende steht eine interessante systemische Spiegelbildlichkeit zwischen ideologischem Skeptizismus und Blümchen-Esoterik.