Bundesinstitut für Berufsbildung sieht ars curandi sowie SHZ als Beispiele für innovative und ergebnisorientierte Weiterbildung

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Das Bundesinstitut für Berufsbildung BIBB untersuchte Qualifizierungskonzepte unterschiedlichster Sparten, um geeignete Lösungen zu finden für vordem die etwas unübersichtliche Weiterbildung im IT-Bereich. Etablierte Strukturen sollten nicht einfach blind übernommen werden. Daher richtete sich die Recherche auf innovative Konzepte, die weniger auf den Input (Lehrgänge und Stundenzahlen) als auf den Output (berufliche Kompetenzen und Markttauglichkeit) hin orientiert sind. Besonderes Interesse weckten dabei das Zertifizierungskonzept der Stiftung Homöopathie-Zertifikat, SHZ, sowie die Ausbildung bei ars curandi als eine ergebnisorientierte und didaktisch aktuelle Vorbereitung auf Beruf und eine freiwillige Homöopathie-Zertifizierung. Siehe Seite 43 des Diskussionspapier des BIBB:

Konzept„Das didaktisch-methodische Grundgerüst der hier dargestellten Qualifizierung basiert, wie in Abbildung 5 zu sehen, auf dem wöchentlich oder 14-täglichen Kleingruppenunterricht gepaart mit individuellem Selbststudium und fernstudienähnlicher Lernprozessbegleitung. Das Selbststudium der Teilnehmer wird dabei durch Arbeitsanweisungen und schriftliche Aufgabenstellungen zu den jeweiligen Seminarinhalten von erfahrenen Dozenten strukturiert. Mit 10-12 Stunden wöchentlich nimmt dieses neben der Kleingruppenarbeit, im Rahmen derer ausreichend Zeit für eine intensive Betreuung, offene Fragen und mündliche Lernkontrollen besteht, einen wesentlichen Stellenwert ein. Fragekarteien, Skriptmaterialen und [in der Homöopathie-Ausbildung] ein individuelles Feedback auf die einzusendenden Hausarbeiten bilden weitere Pfeiler der Lernprozessbegleitung. Anhand dieser Elemente wird ersichtlich, dass das Ausbildungskonzept bei ars curandi die Fähigkeit der Teilnehmer zu selbstgesteuertem Lernen gezielt fördert und damit einen wichtigen Beitrag zum lebenslangen Lernen leistet.“

Treffend beschrieben wird auch die Mehrstufigkeit unseres Konzeptes: nach der Heilpraktiker-Ausbildung bei uns [inkl. Intensivkurs der Dura Mater!] können an jeweils geeigneten Einrichtungen auch ganz andere therapeutische Schwerpunkte (Akupunktur, manuelle Verfahren, andere Naturheilkunderichtungen) studiert werden.

wasser

Das Diskussionspapier ist kein flächendeckender Vergleichstest. Es sucht vielmehr Inspiration für eigene Wege und untersucht beispielhaft Konzepte aus völlig unterschiedlichen Bereichen. Unsere Heilpraktiker-Weiterbildung wird in einer Zusammenfassung auf Seite 83 des Berichts gelobt im Vergleich auch zu in diesem Rahmen diskutierten Weiterbildungen von Informationsspezialisten und IT-Spezialisten; ein anderes mehr im Wellness-Bereich angesiedeltes Angebot fällt hinten ab. Das BIBB, ein dem Bildungs- und Forschungsministerium unterstelltes Bundesinstitut, nutzte die gefundenen Anregungen zur Entwicklung von Weiterbildungskonzepten für den IT-Bereich.

Schon 2007 wurde das genannte Papier veröffentlicht, erfahren habe ich davon im September 2015. Das BIBB hatte uns keinerlei Rückfragen gestellt, die uns erlaubt hätten kleine Ungenauigkeiten zu vermeiden. Trotzdem freut mich das Diskussionspapier natürlich sehr. Vor allem, dass inmitten einer von Normerfüllung geprägten Welt auch kreative, auf die Bedürfnisse und Chancen der Weiterbildungs-Teilnehmer ausgerichtete Ansätze wahrgenommen werden.

Carl Classen