Dr. Jens Behnke zur wissenschaftlichen Armut ideologischer Homöopathie-Gegner

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Aktuell möchte ich auf einige Artikel hinweisen, die auf eine erschreckende Diskrepanz zwischen Lautstärke und inhaltlicher Substanz ideologisch motivierter Homöopathie-Gegner hinweisen. Deren Meinungen sind eher nicht bezahlt, es sind Überzeugungen. Dennoch: in Wahrheit haben konventionelle Pharmahersteller, neben anderen Problemen wie kaum steuerbare Nebenwirkungen, mit einer eigenen Evidenz-Krise zu tun und freuen sich sicherlich über nützliche Idioten, die davon ablenken und sogar entgegengesetzte Feindbilder schaffen.

The Scientific Background of Current Homeopathy Debates
https://www.carstens-stiftung.de/artikel/the-scientific-background-of-current-homeopathy-debates.html

Noémi Radványi interviewt Dr. Jens Behnke. Kurz zum Inhalt: Zum Verständnis von Studien ist es wichtig, Wirkung (Effekt) und Wirksamkeit (Nutzen für den Patienten) zu unterscheiden. Aus dieser Betrachtung resultiert bei Doppelblindstudien systembedingt ein gewisser Vorteil für medizinische Interventionen, die nur eine Diagnose im Blick haben, gegenüber Therapien, die sich auf den Gesamtzustand des Patienten richten. Sogenannte Beobachtungsstudien bilden die Anwendungs-Wirklichkeit und den Patientennutzen besser ab. Dennoch ist das Verhältnis positiver, negativer und unentschiedener Studienergebnisse bei Doppelblind-Studien zur Homöopathie und zu konventionellen Arzneimitteln in der Gesamtschau überraschend ähnlich. Weiterhin werden sogenannte Effektgrößen und gravierende Manipulationen von Meta-Analysen diskutiert.

Der Europäische Rat der Wissenschaftsakademien und die Homöopathie
https://www.carstens-stiftung.de/artikel/der-europaeische-rat-der-wissenschaftsakademien-und-die-homoeopathie.html

Dr. Jens Behnke analysiert neben Kernthesen und Schlussfolgerungen vor allem die problematische Quellenlage der Empfehlungen des Rates der Wissenschaftsakademien. Dieser zog in einseitiger Weise den bereits anderweitig diskutierten „Australian Report“, die Shang/Egger Analyse aus dem Jahre 2005 sowie der „UK House of Commons Science and Technology Committee Evidence Check“ zur Homöopathie heran. Andere wichtige Übersichtsarbeiten wie bspw. der HTA-Report von Bornhöft/Matthiesen wurden ausgeblendet. Weitere Hintergründe sind verlinkt.

Homöopathiekritik zwischen Wissenschafts-Dogmatismus und politischem Agendasetting
https://www.carstens-stiftung.de/artikel/homoeopathiekritik-zwischen-wissenschafts-dogmatismus-und-politischem-agendasetting.html

Dr. Jens Behnke zeigt Entstehung und Hintergründe der Skeptikerbewegung auf. Er beleuchtet deren Motive, Ideologie und Strukturen, sowie nochmals: die inhaltliche Dürftigkeit an den eigensten Ansprüchen zur Wissenschaftlichkeit gemessen. Am Ende steht eine interessante systemische Spiegelbildlichkeit zwischen ideologischem Skeptizismus und Blümchen-Esoterik.